Die Maske und die Trauer
Aktualisiert: 22. Juli
Trauerwochenende der Kinder- und Jugendtrauergruppe 2026
SIE trug ihre Trauer hinter einer Maske.Nach außen hin war sie die Starke, die immer alles im Griff hatte – ein Lächeln hier, ein lockerer Spruch dort. Alles kein Problem. So war es am leichtesten. So sah Niemand, was da noch alles unter der Oberfläche war, seit diesem Tag, an dem ihr Vater gestorben war.Die Maske war perfekt: Sie schützte sie vor schweren Fragen, unangenehmen Blicken und die anderen vor der Schwere, die in ihr wohnte.Doch nachts, wenn die Tür zu ihrem Zimmer ins Schloss fiel, ließ sie die Maske fallen. Dann war da noch das zitternde Kinn, die Tränen, die heiß über die Wangen brannten, und das Schweigen, das alles erfüllte.Eines Abends, als sie allein im Dunkeln saß, klopfte ihre kleine Schwester an die Tür und flüsterte „Ich weiß, dass du traurig bist“. Sofort griff die Hand nach der Maske, um diese wieder aufzusetzen. Doch die Worte der Kleinen waren noch in ihrem Kopf zu hören. Dieses Mal brauchte sie die Maske nicht.Sie zog die kleine Schwester zu sich heran und zum ersten Mal seit Wochen weinten sie - zusammen.
Mit dieser Geschichte führten wir in das Thema unseres Familientrauer-Wochenendes ein. Es ging darum, Masken zu gestalten. So legten wir los mit Gipsbinden und Wasser, mit Farben und Glitzer. Jeder und jede gestaltete die eigene Maske von innen und außen. Am Sonntag haben wir uns die Masken von beiden Seiten gegenseitig vorgestellt. Dies war für uns alle ein besonderer Herzensmoment. Mehr sehen und hören zu dürfen als der äußere Anschein oft hergibt, Offenheit, Verständnis, ähnliche Gefühle wahrzunehmen, getragen zu werden von der Gruppe. Danke euch allen!
Was haben wir noch erlebt? Miteinander spielen und lachen, basteln und reden (tlw. bis nach Mitternacht), Wasserbombenschlacht (bei 40 Grad Außentemperatur), Eis essen und Luftballons steigen lassen. Es war einfach ein schönes Wochenende!
Wer verbirgt sich eigentlich hinter „wir“? Die Kinder und Jugendlichen der Kinder-und Jugendtrauergruppe des Förderverein Hospiz und natürlich die Eltern und Mitarbeiter*innen.
Danke, dass dieses Wochenende durch Spenden möglich gemacht wurde!






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